Über die Wut

 

Heute habe ich viel über die Wut nachgedacht.

Auslöser war so ein Ziehen im Bauch und ich dachte das könnte jetzt vielleicht Wut sein.

 

Ich erinnerte mich an gewisse Situationen in meinem Leben und das Ziehen wurde immer stärker. 

Ich muss zugeben, ich habe eine gewisse Vorstellung von Wut. Ich dachte, das musst du doch viel heftiger empfinden. Wie so eine Naturgewalt die über dich hereinbricht und der du völlig hilflos ausgeliefert bist.

 

In meinem tiefsten innersten würde ich das sogar begrüßen auch wenn es mir vielleicht Angst machen würde.

Mal richtig krass wütend werden, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren. Frei heraus reden was dich stört und dazu mit den Füßen aufstampfen.

 

Das ist Wut in ungezügelter Form.

 

Dann habe ich angefangen zu recherchieren. 

Was ist überhaupt Wut?

 

Das Ziehen im Bauch ist eine Form davon, vor allem ist es aber eine Form der Kommunikation. Dein Körper spricht mit dir. Hallo, pass auf, irgendetwas passt hier nicht. In der Regel weiss man schon selbst, was nicht passt. 

Bei mir war es eher Frustration. Wenn etwas nicht so ist, wie man es gerne hätte. Aber ansonsten nichts tut um es zu ändern. Dann kommt Frust auf. Oder wenn man der Meinung ist, man kann es ja eh nicht ändern. Seufz.

 

Ich habe herausgefunden dass Wut eng mit der Liebe verbunden ist.

Tatsächlich ist Liebe ohne eine Portion Wut gar nicht möglich. Auch die Aggressivität mischt ein bisschen mit.

 

Wie das?

 

Weil die Wut dir etwas wichtiges zu sagen hat. Sie taucht immer auf, wenn deine Grenzen überschritten werden. Wenn dein innerer Raum verletzt wird. Wut und auch Aggression ist ein gesunder Ausdruck, der Liebe zu dir selbst.

 

Wut ist mein innerer Krieger, der mich warnt, wenn mich etwas angreift. Vorsichtshalber fängt er auch schon mal ohne mich zu kämpfen an.

 

Ich habe mal gesagt, Selbstliebe ist eine Erfindung der heutigen Zeit. Esoterik-Quatsch, der dich nur verwirrt. Denn in meiner reinsten Form, bin ich nichts anderes als Liebe! 

 

Der Meinung bin ich immer noch, nur ist es so, dass wir alle leider nicht ständig in unserer reinsten Form leben. Wir verunreinigen uns also immer und immer wieder.

 

Was kann ich tun? Wie bringe ich das jetzt zusammen?

Soll ich alles akzeptieren? Jein.

 

Ich stelle mir die Wut wie einen Tornado vor. Ein Wirbelsturm. Ich der Menschenkörper bin also wütend. Weil mich jemand herausgefordert hat. Meine Grenzen nicht beachtet hat oder in meinen Raum einzudringen versucht.

Der Krieger ist mit lautem Schlachtruf aufs Feld gezogen, im Schlepptau die Aggression.

 

Ich stehe vor der Wand des Sturms. Da ist es allerdings eher ungemütlich. Angst kommt auf. Ich erstarre. Der Esoteriker redet es sich jetzt schön. Oder hat vielleicht Verständnis für sein Gegenüber. Das ist keine Akzeptanz. 

 

Ok, vor der Wand ist nichts! Also gehen wir hinein.

Jetzt schüttelt es mich ordentlich durch! Hin und her, wie eine Strohpuppe. Drama, Baby! Drama!

In dieser Situation ist an Akzeptanz nicht mal zu denken! Da reagierst du nur noch, und merkst nicht, auf wen du schiesst. Auf dich nämlich.

 

Jetzt gehe ich einen Schritt weiter hinein. Ins Auge des Sturms. Und da ist es totenstill. 

Ich höre nur ein leichtes Rauschen. Und dort kann ich die Wut akzeptieren! Dort sehe ich genau, warum sie entstanden ist, und was sie mir genau aufzeigen möchte. 

Was wurde verletzt? Inwieweit habe ich es zugelassen? Was kann ich tun, dass das nicht mehr passiert.

 

Dort bin ich reines Sein. Dort bin ich, in meiner reinsten Form. Immer.

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Text: Petra Höberl
Bild: pixabay/ skeeze

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