#Rauchpause

Meine erste Zigarette rauchte ich als ich circa 12 Jahre alt war. Wir waren im Freibad eine kleine Gruppe von Leuten, darunter welche, die natürlich rauchten. Die Zigaretten gingen herum und ich nahm selbstverständlich eine. Sie schmeckte scheußlich, aber darum ging es gar nicht. Es ging um meine persönliche FREIHEIT. Ich selbst bestimmte was ich tun wollte und was nicht, es war meine individuelle SELBSTBESTIMMUNG und das fühlte sich großartig an. Gleichzeitig war es natürlich auch eine REVOLUTION gegen die Bevormundung meines Vaters, der wie ich genau wusste, einen Wutanfall kriegen würde, wenn er mich erwischt hätte.
Ich vergaß die Zigaretten schnell wieder, weil sie eh scheußlich schmeckten aber das Gefühl habe ich nie mehr vergessen.

Meine ersten Assoziationen zur Zigarette waren verknüpft. Mit 13 gab es noch mal ein Erlebnis. Meine damalige Freundin und ich klauten die Zigis vom Papa und setzten uns in ein nahegelegenes Wartehäuschen, wo wir sie dann rauchten. Es war ein GEHEIMNIS zwischen uns beiden, dass ein BAND knüpfte. Wir fühlten uns VERWEGEN und ABENTEUERLICH. Auch das war natürlich ein tolles Gefühl. Bis der Papa plötzlich mit dem Auto vorbeifuhr und uns erwischte. Natürlich kam der Wutanfall. Ich ertrug ihn HEROISCH und fühlte mich ERHABEN, denn auf meine Taten hatte er nicht viel Einfluss außer wütend zu werden. Ich wurde selbst WÜTEND innerlich und wusste plötzlich dass ich ihn mit dem Rauchen treffen konnte. Ich verknüpfte das Rauchen nun mit RACHE.

Später in der Pubertät tat ich natürlich sowieso alles, was meinen Eltern nicht gefiel und im Rahmen meiner Möglichkeiten lag. Das Rauchen war da ein fester Bestandteil. Witzigerweise inhalierte ich sie lange nicht. Darum ging es nie. Es war REVOLUTION, FREIHEIT, SELBSTBESTIMMUNG, GEHEIMNIS, ABENTEUER, VERWEGENHEIT und RACHE.

Zu der Zeit, merkte ich auch zu welchem Typ Mann ich mich hingezogen fühlte. Es waren immer die Außenseiter. Die die nach Problemen schrien. Mit den Tattoos, langen Haaren, mit UNKONVENTIONELLEN Lebensweisen, was auch immer.
Hauptsache ANDERS. Da ging es eigentlich nie vordergründig um Zigaretten, aber Rauchen taten sie alle. Ich war auch anders als alle anderen und Rauchen gehörte dazu.

Als ich dann 16 war zündete sich mein älterer Bruder eine an. Ich wusste, das ist eine gute Gelegenheit für mich, also zündete ich mir auch eine an. Mein Papa zog eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts. Ich erklärte, dass ich jetzt 16 sei und vom Gesetz her rauchen durfte. Er akzeptierte es. Es war eine sehr wichtige offizielle Anerkennung! Ich wurde erwachsen und es war ein Sieg für mich.

Ja, so war das damals. Rauchen war und ist für mich großartig!

Dieser Text ist eine Bestandsaufnahme von mir, was ich mit dem Rauchen eigentlich alles verknüpfe😅.
Es hat Spass gemacht ihn zu schreiben, und hat mir tiefe Einblicke geschenkt. Ich empfehle jedem das für sich persönlich herauszufinden, es ist manchmal echt überraschend und auch spannend😎

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Text: Petra Höberl

Bild: pixabay

Inspiration: „Rauchpause“ von Maja Storch

Ein Gedanke zu “Rauchen ist großartig

  1. Schöne Bestandsaufnahme 🙂 Ich habe auch viel zu früh angefangen zu rauchen. Ich war 14. Ja, Du hast recht, es war so etwas wie eine Befreiung, eine kleine Revolution gegen die Eltern.

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