Sie lag nackt in einem Bett aus Erde. Es war schwarze fruchtbare Erde. Sie beschützte ihren Schlaf. Schenkte ihr neue Energie und Kraft für den nächsten Tag. Der Körper der Frau verjüngte und straffte sich, je länger sie schlief. Ihr Blut pulsierte in strömenden Wellen durch ihre Adern, während ihre Haut von der Erde trank.

Es war Morgen. Die Schönheit erwachte und blinzelte in den Himmel. Die Vögel zwitscherten ihr einen guten Morgen Gruß zu und zauberten ihr ein Lächeln ins Gesicht.

Tanzend ging sie zum Wasserfall in der Nähe. Belebend und erfrischend sprudelte er seit ewigen Zeiten. Sie stellte sich darunter und genoss die Frische. Kleine Perlen liefen an ihrer Haut ab und fingen die Morgenstrahlen ein. Ihre Haut reagierte und reflektierte mit dem Wasser um die Wette.

Strahlend hüpfte sie zur Feuerstelle und machte ein großes Feuer. Sie hob die Arme in den Himmel, drehte und wendete sich und war in kürzester Zeit trocken und warm. Sie schloss ihre Augen und dankte dem großen Geist.

Als sie ihre Augen wieder öffnete stand ein stattlicher Mann vor ihr. Er hatte lange blonde Haare und die schönsten blauen Augen die sie je gesehen hatte. Schweigend sahen Sie sich an. Schließlich nahm er ihre Hand und küsste sie sacht in die Innenfläche.

Ein Lächeln erreichte ihre Augen und schließlich ihre Lippen. Voller Schalk küsste sie ihn schnell auf den Mund und sprang lachend, wie ein Wirbelwind davon. Ein Stück weiter blieb sie hinter einem Baum stehen und beobachtete ihn.

Der Mann schien erst verdutzt, fing sich aber schnell wieder. Er hatte es plötzlich sehr eilig sich seiner Kleider zu entledigen und ihr nachzujagen. Laut lachend lief sie weiter.

Natürlich hatte sie keine Chance. Ziemlich schnell hatte er sie eingeholt und rollte mit ihr übermütig auf den weichen Boden herum.

Schließlich sah er ihr sanft in die Augen.
„Wer bist du?“
Sie sah ihn zärtlich an. „Ich bin der Wind, und wer bist du?“
In diesem Augenblick kam eine frische Brise auf und flüsterte ihm die richtige Antwort ins Ohr. Lächelnd sah er sie an.
„Ich bin die Sonne.“

Und dann begannen sie ihren Tanz. Der Wind umhüllte die Sonnenstrahlen. Hüpfte von einem zum anderen, während die Sonne den Standort wechselte und die kleinen Böen einzufangen versuchte. Sie waren frei und spielten den ganzen Nachmittag.

Gegen Abend zog sich die Sonne zurück.
„Ich werde morgen wieder scheinen“, sagte er. Der Wind, dessen Haut sanft gerötet war antwortete, „ich weiß“, und folgte glücklich dem Ruf der Erde.

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Text: Petra Höberl
Bild : pixabay

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