Gehirnjogging – oder: das Üben vom schnellen Denken

Ich sitze herum. Mir ist kalt weil die Heizung ausgefallen ist. Die Kälte macht mich träge und ich will mich in der Decke verkriechen.

Die Decke ist aus Wolle. Ich stelle mir ein Schaf vor. Es steht auf der Weide und ist Schaf. Um seinen Körper diese wundervolle dicke Wolle.
Ich wickle die Decke fest um mich und werde zum Schaf.

Stop. Das funktioniert nicht.
Schaf ist nix für mich.

Ich beobachte den Raum. Sonor tickt die Uhr. Einatmen – Ausatmen. Tick – Tack. Die Sonne wirft rötliches Licht. Bald geht sie unter, aber noch nicht ganz.

Die Sonne. Ihre Strahlen flackern. Plötzlich brennt der Raum. Das Ticken wird zu einem Knistern. Einatmen – Ausatmen. Flammen lecken über den Bildschirm des Fernsehers. Ich rieche das harzige Holz, das im Kamin vor sich hin lacht.
Rauch wabert durch den Kleiderschrank und lüftet meine Kleidung. Heisser (Ein)Atem des Lebens. Kühler (Aus)Atem des Todes. Vermischt in mir.

Ich fühle in mich hinein. Ich bin heiss innen und kalt aussen. Komm tanzen wir.

Ich lasse die Hitze nach aussen dringen und die Kälte hineinspazieren. Es gibt einen Schnittpunkt. Das Portal der Gezeiten. Dort wo sich alles trifft. Wo alles ist.

Von dort wende ich mich ab. Innen und aussen kenne ich. Das Portal hat noch eine andere Richtung. Es gibt kein Wort dafür. Aber mein Herz kennt diesen Ort. Dort will ich hin.

Ich mache Tee. Kalte Finger sind nicht so toll.

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Text: Petra Höberl

Bild: pixabay

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