Vor vielen vielen Jahren – es ist so lange her, dass man keine Zahl mehr nennen kann – doch man munkelt von Milliarden, da gab es auf dieser Erde zwei Königreiche. Es waren aber keine menschlichen Könige, denn die gab es damals noch gar nicht, sondern zwei dominante Tierarten.
Diese waren das Königreich der Kraniche im Osten des Landes und das Königreich der Drachen im Westen des Landes.

Die Kraniche

waren Künstler und feingliedrige Akrobaten. Sie erfanden den Ausdruck und den Tanz. Ihre Feste, zu denen auch die Drachen regelmäßig eingeladen wurden, waren legendär.

Die Drachen

hingegen waren kraftvolle Wesen, mit einer beeindruckenden Stärke. Ihre Logik war kühn und voller Weisheit. Sie waren es, die die Kampfkunst erfunden hatten.

Die Reiche bedingten sich einander, was dem einen fehlte kompensierte das andere Reich und umgekehrt. So lebten sie lange Zeit in Frieden.

Zwischen den beiden Imperien gab es noch ein drittes Land. Dieses Land wurde von beiden Seiten nur das Niemandsland genannt. Keiner wusste genau, wer dieses Reich regierte, denn wann immer ein tapferer Recke sich dorthin gewagt hatte, verschwand er spurlos für immer.

Man munkelte von seltsamen Gestalten auf zwei Beinen, die hin und wieder des nachts im Nebel auftauchten, doch genaueres wusste man nicht.

Eines Tages

machte sich einer vom Königreich der Drachen auf den Weg, das Geheimnis zu ergründen. Er war voller Zuversicht und fest entschlossen dem Land seine Unergründlichkeit zu entlocken.
Siegessicher ging er los – und verschwand spurlos.

Doch er blieb nicht verschwunden. Nach einigen Jahren tauchte er plötzlich wieder auf. Aber Ohweh! Wie sehr hatte er sich verändert!

Er trug seltsame Dinge am Körper und seine Schuppen hatten die Farbe geändert. Überhaupt legte er ein anderes Gebaren an den Tag. Aber am intensivsten waren seine Reden.

In der Überlieferung ist leider nicht mehr ersichtlich, was er alles erzählte, doch die Wirkung war enorm.

Die beiden Königreiche entfremdeten sich voneinander mehr und mehr. Plötzlich existierte Neid und Hass zwischen ihnen. Wörter die vorher gar nicht existierten wurden erdacht und Realität.

Und so dauerte es an. Die Fehde wurde groß und mächtig, bis die beiden Clans den Ursprung des ganzen vergaßen.

Es existiert eine alte Weissagung:

Wenn die Kunstfertigkeit nach und nach verschwindet, und die Stärke überhand nimmt, dann wird es einen geben, der die Weisheit besitzt, diese Kräfte wieder zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Nachdenklich legte Chichi die alte Schrift zur Seite. Er wusste plötzlich, was zu tun war.

Text: Petra Höberl
Bild: pixabay

Vielen Dank an Marten Steppat und Ariane Brandes für die tolle Inspiration❤

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Text: Petra Höberl

Bild: pixabay

Das ist quasi eine Vorgeschichte an der ich mich versucht habe. Die Hauptgeschichte findet ihr im Buch von Marten Steppat:

der Zauberer erzählt

Ein wundervolles Buch zum lesen und vorlesen und lieb haben.

Auch als Geschenk ist es eine tolle Idee.

Erhältlich bei Amazon

 

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