Ich erwache erholt und gut gelaunt. Oh, es hat geschneit!

Der Schnee bedeckt die Landschaft mit majestätischem weiß. Alles hässliche unter ihm verborgen.

Es sieht so schön aus.

Es kribbelt mich in den Füssen und so stapfe ich einige Zeit später, dick eingemummelt, durch die herrliche Winterlandschaft.

Wo sind denn die ganzen Autos? Ich sehe viele unter einer dicken Schneeschicht verborgen, aber kein einziges fahren. Das finde ich sehr seltsam und überhaupt fällt mir gerade auf, es ist so ruhig.

Man sieht schon einige Menschen, wie ich, durch den Schnee stapfen, doch diese generelle Ruhe ist sehr ungewöhnlich.

Kinderlachen.

Ich muss automatisch mitlachen, es ist so ansteckend. Sie bewerfen sich mit Schneebällen und bauen Schneemänner und Iglus. Mein Herz wird warm, erinnert es mich doch an meine Kindheit.

Meine Güte, sie haben ja gar keine Jacken und Mützen an. Geschweige denn Handschuhe.

Ich will schon besorgt auf sie zugehen, da fällt mir auf, dass ich ordentlich schwitze. Richtig heiß ist mir.

Ich ziehe meine Jacke aus und genieße die milde Luft. Die milde Luft? Prüfend nehme ich etwas Schnee in die Hand und stelle erstaunt fest dass er Körpertemperatur hat.

Was ist hier los?

Und wieso bin ich immer noch so gut gelaunt? Ich, die ins depressive neige? Da stimmt doch etwas nicht? Nicht dass es mich stören würde.

Verwundert gehe ich Richtung Stadt. Schon beim Näherkommen bemerke ich auch hier die wunderbare Ruhe. Es ist nicht still, man hört Menschen reden und auch hier Kinderlachen. Aber es ist ruhig. Angenehm. Keine Autos.

Ich erreiche die Stadt, immer noch schwitzend. Ich bin viel zu warm angezogen.

Die Geschäfte sind alle offen. Ich gehe in die Bäckerei, da ich Brot brauche. Vergeblich suche ich die nette Verkäuferin, die hier schon seit Jahren tätig ist.

Sie ist nicht da.

„Sie dürfen das Brot mitnehmen“, sage eine freundliche Stimme hinter mir. „Und auch sonst alles was sie so brauchen“.

„Können Sie mir sagen, was hier los ist?“ frage ich die Dame verwundert. „Es kommt mir vor wie ein Traum.“

„Wenn es ein Traum ist, dann träumen wir alle dasselbe“ lacht mich die Frau fröhlich an.

„Ich weiß nur, dass es im Radio eine Durchsage gab. Die Autos und die Fernseher funktionieren nicht mehr. Geld ist abgeschafft. Jeder darf sich nehmen was er braucht. Es gibt keine Regierungen mehr und auch keine Grenzen. Das Wetter bleibt das ganze Jahr über angenehm mild.

Wir Menschen sind aufgefordert uns wieder in Sippen zusammen zu schließen. So, wie es eigentlich normal wäre. Es ist ein neuer Anfang!“

Ihre Augen leuchten. Und auch meine Augen beginnen zu strahlen.

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Text: Petra Höberl

Bild: pixabay/mbll

2 Gedanken zu “I had a dream…

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