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Da saßen wir nun, wir beide. Kinder groß, Eltern alt, Großeltern gestorben.

Wir ergingen uns in Geschichten, über früher und wie schnell die Zeit doch vergeht. Erinnerten uns, die erste Verabredung, als wir unsere Männer kennen lernten, unsere Schwangerschaften, Geburten.

Meiner Schwägerin und mir gingen die Themen wahrhaftig nicht aus.

Oh, wir waren natürlich immer noch Rebellinnen, denn statt langweiligem Kaffee tranken wir Bier.

Zwischendurch mussten wir immer mal wieder aufstehen, Kinder versorgen, Kinder zurechtweisen, Kinder beim Suchen helfen, Mann beim Suchen helfen, doch mal Kaffee machen, Telefon abnehmen, ja was man halt nicht so alles macht, nicht wahr?

Nach längerem Gespräch kamen wir also einstimmig überein, dass wir langsam alt werden.

Es ist ein unheimliches Gefühl – das alt werden.

Wie ein Schatten, den man nicht definieren kann.

Da kam mein Neffe in die Küche, er hatte wohl unsere Feststellung gehört, und verkündete so ganz nebenbei: Alt? Alt ist nur was lange nicht mehr gebraucht wurde. Zuckte die Achseln und verschwand wieder im Zimmer.

Verblüfft sahen wir uns an und mussten beide herzlich lachen. Denn ungebraucht fühlten wir uns wahrlich nicht. Wahrscheinlich nie!

 

Text: Petra Höberl

Bild: pixabay

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