Ursprünglich tauchte dieses Wort im 4. Jahrhundert irgendwo in Ägypten auf. Die damaligen christlichen Einsiedler knieten in ihren Lehmhütten und beteten. Immer um die Mittagszeit beschlich sie dieses dämonische Gefühl.

Beunruhigend, schleichend wie das Kitzeln, wenn eine Mücke deinen Arm raufkrabbelt. Langeweile. Der Geist wird von hässlicher Finsternis ergriffen. Lustlosigkeit, Reizbarkeit, Traurigkeit, Melancholie. Die Knie werden weich, die Glieder schlaff und der Kopf fiebrig.

Das sind einige Beschreibungen aus dieser Zeit. Daraus ableitend meinte man, dass ein gefährlicher Mittagsdämon herumspukt der das Herz träge werden lässt. Noch heute beschreibt Wikipedia das Wort Acedia mit Trägheit oder Faulheit.

Ich meine ja eher, die unterlagen einem Sonnenstich. Aber mich interessieren die beiden Begriffe:  Trägheit und Faulheit, die ja angeblich Todsünden sind. Ist das wirklich so?

Faul ist man, wenn man keine Lust zu etwas hat. Man weiss, man sollte dieses oder jenes machen, doch eben: keine Lust. Ich wurde als Kind oft mit meiner Faulheit konfrontiert. Räum doch endlich dein Zimmer auf, du bist so faul! Es tat mir weh als faul bezeichnet zu werden, sah ich doch im Chaos die wunderbare Ordnung.

Als Erwachsene beschäftigte ich mich mit diesem zweifelhaftem Titel und konnte für mich klären dass ich absolut nicht faul bin, ich sehe manchmal nur den Sinn hinter manchen Tätigkeiten nicht. Ohne Sinn etwas zu tun ist nicht gerade klug würde ich sagen;).

Soweit so gut, das hatte ich also geklärt. Doch das mit der Trägheit konnte ich nicht so einfach nachvollziehen. Fakt ist: im Sommer ist man träger als im Winter. Das hat bestimmt mit der Hitze zu tun und macht auch Sinn, denn in der Hitze sich überanstrengen, führt zu gesundheitlichen Problemen.

Doch wie ist es im Winter? Ich bin auch im Winter manchmal träge.

Was ist überhaupt Trägheit. Für mich bedeutet das, etwas nicht tun zu wollen, obwohl man den Sinn dahinter durchaus erkennt. Es gibt z.B. Menschen, die räumen ihre Wohnung nie auf. Nie! Sie wissen zwar, dass sie es tun sollten, erkennen den Sinn davon, und tun es dennoch nicht. Diese Menschen leiden und können es trotzdem nicht ändern.

Ich ging eine Weile schwanger mit diesem Thema, und ich glaube ich habe, für mich zumindest, die Ursache der Trägheit gefunden.

Trägheit ist immer eine Rebellion des Herzens! Es ist, wenn deine Seele streikt, weil du dich zu weit von deinem Herzen wegbewegt hast. Weil, dass was du in deinem Leben vorfindest, du eigentlich nicht willst.

Trägheit ist ein lebensnotwendiger Hilfeschrei deiner Seele!

Denn wenn du dich von dir selbst wegbewegst, dann wirst du unglaublich müde.

Das zu erkennen hilft mir sehr. Und ich hoffe es, vielleicht auch manchem Leser. Ein Lob auf die Trägheit! ❤

Ich finde das ist ein gutes Bild für die Trägheit. Je mehr die Welle vom Kern entfernt ist, umso langsamer schwingt sie. Je näher beim Licht umso schneller. Think about it!

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